Freitag, 4. April 2008

Endlich mal nur zwei Räder!

Um meine Trauer über den Verlust von TheBeast bissel zu mildern und um mich für den Stress der vergangen Tage ( für alle die es nicht wissen: Ich habe meine Steuererklärung in Neuseeland gemacht und ich dachte immer schon das wäre in Deutschland schwierig...endlos..) zu belohnen habe ich mir gestern ein Motorrad gemietet und die letzten zwei Orte auf der Südinsel bereist die halt noch gefehlt haben. Zum einen war das Hanmer Springs , ein Thermalbad-Skiresort Mix und zum anderen die Whalewatching Metropole Kaikoura. Zum Mopped: eine schicke 600er Bandit und eine geile Retrolederjacke und natürlich Ich.. Was für eine Combo! Na und was soll ich groß sagen? Einfach ein perfekter Tag. Der erste Streckenabschnitt am Morgen ging recht unspektakulär über den StateHighway I ziemlich lange nur geradeaus. Aber war auch gerade gut für mich, denn so hatte ich Zeit mich mal mit dem Mopped anzufreunden.Machte echt Spass, recht drehfreudig und wenn man sie über 4000 hält auch mit anständig Bums.In Hanmer Springs hab ich mir dann erst mal planschen im Thermalbad gegönnt und wäre im 38 Grad warmen Wasser fast eingeschlafen. Herrlich entspannend! Dann gings weiter auf den schönsten Streckenabschnitt, eine bessere Landstraße aber dafür mit ettlichen kurvigen Passagen gespickt und einfach nur cremig. In Kaikoura war dann gerade noch Zeit für ne Tasse Kaffee mit Meerblick und dann im Sonnenuntergang den Ocean rechts die Berge links die 200km zurück nach Christchurch zu düsen. Ein wirklich cooles Erlebnis zum Schluss. Morgen geht es für mich in der ersten Etappe nach Auckland hoch und dann übermorgen über die Tasman Sea nach Australien . Ich freu mich!

Moppedtour

Montag, 31. März 2008

Und von da an gingen wir getrennte Wege.

Es gab keinen Streit, noch nicht mal große Worte. Sie ist einfach so gegangen. Kurz Geld rübergeschoben und weg war sie. Ja es ist offiziell: The Beast und ich, Best Buddies for months - sind Geschichte. Ein junger Engländer kann sich nun stolzer Besitzer schimpfen und mir ist schon etwas weh zu Mute wenn ich an alle Straßen und die ganzen anderen Dinge denke durch die wir zusammen gefahren sind. Aber gut. Schluss endlich hätte ich ihn trotz seiner handlichen Packmaße nicht im Handgepäck mitnehmen können. Von daher bleibt mir nur noch zu sagen. Buddy es war geil mit dir und take care

Christchurch and Abschied Beast
!

Es geht dem Ende zu.. der letzte Track..

Nach einem wirklich interessanten Abend gestern in Onerama im Buscot Hostel wo Hannes und ich scheinbar endlos über europäische Geschichte und Weltpolitik geredet haben (nein, es war kein Alkohol im Spiel!) ging es für mich um 8 Uhr schon recht früh aus dem Bett. Aber mein Ziel war ja von vorneherein schon gesteckt ; ich wollte auf die Müller Hut hoch um den Mount Cook zu sehen und nochmal zu Abschluss einen Track zu laufen. Und so gab es da auch nix.
Nach einem knappen Frühstück direkt ins Auto gehüpft und durch das im Sonnenaufgang liegende nördliche Otago gebraust. Es war einfach eine Pracht! Als dann ab der Abzweigung Richtung Mt. Cook Village die ersten Wolken zu sehen waren , hab ich mir noch nichts dabei gedacht. Im Ort selbst, der fest sich Fest in der Hand des DOC befindet ging es dann zum Einholen letzter Wetternews ins Visitors Info Center und auch da war noch alles gut. Ich hatte mich nach den Erfahrungen aufm Routeburn Track ua. bewusst gegen eine Nacht in der Hut für sagenhaft günstige $35 entschieden. Das sollte auch so gehen. Um 10 vor 11 hab ich es dann endlich geschafft vom Parkplatz aus auf dem Track loszumachen. Und um 5 vor 11 fing es dann an zu nieseln. Aber das konnte mir die Stimmung nicht vermiesen.
Der erste Part des Tracks geht einigermaßen flach im Tal daher um dann anschließend eine ganze Stunde lang extremst steil über aus Bahnschwellen zusammengenagelten Stufen nach oben zu gehen. Das war so der knackigste Teil des Tracks und bei Sallys Tarns war ich auch zugegebenermaßen platt. Aufgebaut hat mich dann ein Blick auf die Uhr: ich hatte knapp die Hälfte des Tracks nur etwas mehr als eine Stunde gebraucht! Der restliche Teil des Tracks führt dann wunderschön über Geröllfelder (Avalanches) und schlammige Passagen zum Rücken des Mt. Olivers. Oben angekommen wehte schon ein ganz andere Wind. Plötzlich wurde es richtig eiskalt und ungemütlich nass. Da halfen auch die aufmunternden Worte eines mir entgegenkommenden Wanderers „ Almost there.. just 5 minutes..“ (das macht übrigens auch jeder hier: und wenn‘s auch noch 2 Stunden dauert, so sind es immer nur 5 Minuten..) nix mehr. Ab diesem Punkt hieß es: nochmal eine Schippe drauflegen und schnell zur Hütte kommen. Und glücklicherweise war es auch nicht mehr allzu weit. Die Hütte ist wenig spektakulär. Das einzige sollte halt der Blick aus dem Küchenfenster direkt auf den Gipfel des Mt. Cook sein. Den gab es aber dank anhaltender und hartnäckig dichter Bewölkung nicht. Schade. Für meinen Kommentar alà „macht ja nix.. der weg war das Ziel..“ fing ich mir dann auch prompt ein „Goodonya“ vom Hutwarden ein. Fair enough sag ich da nur:- ) .Der Abstieg gestaltet sich dann als Rutschpartie und ging volle Kanne auf die Knie aber nach 4 Stunden 20 Minuten waren dann die 1000 Höhenmeter und der Mount Cook für mich Geschichte. Ich wollte mir nur noch einen Kaffee zum Aufwärmen gönnen und bin dazu ins Edmund Hillary Alpine Centre gefahren. Was ein Reinfall. Wie der arme Ed seinen Kopf für einen solchen Ausbeuterladen herhalten muss. Schrecklich.
Gelandet bin ich für die Nacht am Lake Tekapo. Schöne Landschaft, aber genug Wasser für Heute. SoFar, SoGood.

Omaru MuellerHut Weg

Donnerstag, 27. März 2008

Dunedin & Otago Peninsula

Nach einer Nacht auf einem Zeltplatz direkt am Meer in den Catlins ,die man durchaus als kalt bezeichnen gekonnt hätte, ging es durch herbstlich nebelige Hügel rein nach Dunedin. Die Stadt empfängt einen erst mal wieder mit einem Motorway (das sind Straßenverhältnissen die im entfernteren Sinne etwas mit einer Autobahn zu tun haben könnten) und dann leider mit recht viel Industriegebiet. Hat man sich aber erst mal zum Octagon, dem Herzen Dunedin's durchgekämpft so kommen doch die schottisch/englischen Siedlungswurzeln hier durch, was der Stadt unbedingt gut tut! Die ganzen Gebäude die entweder aus roten Ziegelsteinen oder aus schwarzem Bruchstein mit weißer Fuge oder aber aus Holz; alles mit stark viktorianischem Einschlag; gebaut sind ergeben ein wunderbares Bild und lassen zumindest mal die Illusion aufkeimen, dass Dunedin Geschichte besitzen könnte. Mein Hostel, das „Hogwartz“ (laut BBH Rating eines der Besten im Land) hatte ich schon gebucht und auch wenn ich den ganzen Hype um diesen bescheuerten Zauberlehrling net mag geben sich die Besitzer redlich Mühe das Hostel ordentlich zu führen. Als ich dann aber an der TV Lounge vorbeigeschlendert bin und gesehen habe das es tatsächlich Leute gibt die in „Hogwartz“ auch noch Harry Potter Filme angucken müssen, war für mich die Grenze des guten Geschmacks eindeutig überschritten! Im Hostel selbst hab ich den Hannes wieder getroffen und auch mal nochmal Brot gebacken. Das ist übrigens eins der weiteren Erkennungsmerkmale vieler Deutscher: Sie backen ihr Brot. Die Liste lässt sich über Jack Wolfskin Klamotten, Deuter Rucksäcke, Schöffel Jacken usw… noch beliebig fortsetzen (das einzige was hier nicht funktioniert ist Nutella, das mögen nämlich sogar die Kiwis!) aber gut.
Die Otago Peninsula, so zu sagen der Vorgarten Dunedin’s ist Brutstätte der Albatrosse und Schlafplatz der scheuen Yellow-Eyed Penguins. Beides haben wir bei einer kleinen Rundfahrt über die Halbinsel gesehen, auch wenn wir uns beim Warten auf die Pinguine schon ganz schön einen abgefroren haben. Dafür gab’s als Dreingabe noch Seelöwen hautnah und in Action.
Bei meinem gestrigen Stadt- und Shoppingspaziergang war ich schon stark versucht mir einen Schal und ne schicke Mütze zuzulegen, habe dann aber rechtzeitig bedacht ,das ich in Deutschland ja dann ab April wieder in den Sommer fahre; also kein Schal. Dann habe ich mir noch die älteste Universität Neuseelands die Otago University angeschaut und mich einfach mal unter die Studenten gemischt und mal wieder festgestellt dass man ja gar nicht so unterschiedlich ist. Essen allerdings gibt es schon irgendwie anders als in Deutschland. Ich habe nämlich keine Mensa gefunden, dafür gibt es im Hauptgebäude, was eher einer Shoppingmall gleicht jede Menge kleinere Frontcooking Stationen. Außerdem haben die hier eine viel höhere Identifikation mit ihrer Uni, was sich in Campusradio, Unizeitschrift und vor allem in Uniklamotten zeigt. Das würde ich mir auch für die Mainzer Uni wünschen. Heute geht’s mal noch in die Art Gallery, anschließend die steilste Straße der Welt besichtigen und einfach noch bissel die Atmosphäre genießen.

Dunedin&OtagoPeninsula

Sonntag, 23. März 2008

Frohe Ostern

Also. Dann sit es jetzt wohl auch für euch da drüben im schneebedeckten Deutschland amtlich, nachdem bei mir der Tag jetzt schon zu Ende geht wünsche ich euch mal allen zu Hause:

FROHE OSTERN!

Hier feiert man dieses doch immer wieder gerne mit Schokolade dekorierte Festchen scheinbar überhaupt nicht; zwar standen die Osterhasen schon seit Januar in den Läden rum aber so wirklich Eier verstecken oder Nester bauen scheint in keinster Weise üblich. Unsere kleine deutsche Community hier im wunderschönen, und wirklich wunderschönen Invercargill (auch der Name ist schon wunder-schön....) hat sich all dieser nicht vorhandenen Gegebenheiten zum Trotz zum Einhalten einiger deutscher Bräuche entschieden. Wir haben erst mal schön gefrühstückt und sind dann Nachmittags in den Queenspark (der ist entgegen dem Trend auch wirklich schön) zum selbstgefärbten ( Edding auf Eierschale) Eier-Verstecken gegangen . Es war wirklich ein Spass für die ganzen großen Kinder. Echt cool. Ihr feiert noch schön alle , was auch immer ihr so macht ! derPhilipp


Ostern

Milford Sounds

oder.. wenn man nass ist , ist man nass.. und dann machts auch nix mehr aus.. So oder ähnlich könnte man dieses Kapitel beginnen, aber fangen wir mal von vorne an. Nachdem Hannes und ich uns erst mal noch im Nude World in Queenstown mit Nahrungsmitteln eingedeckt und dann voneinander verabschiedet hatten ging es für mich ja weiter nach Te Anau ,dort angekommen bewahrheitete sich mal wieder das die ganze Südinsel Neuseelands ein Dorf ist und man sowieso immer mal wieder die selben Leute trifft , so habe ich schon beim Austeigen aus meinem treuen Reisegefährt ( mittlerweile haben wir schon 7000km zusammen gefahren) ein leises "Guckemoldo" vernommen und in der Tat waren das die zwei Mädels ausm Montrose Backpackers am Franz Josef Glacier die ich auch in Queenstown schon mal nochmal getroffen hatte. Wie sich herausstellte waren wir auch im gleichen Backpacker untergekommen und so hatte sich schnell eine Fahrgemeinschaft für den nächsten Tag Richtung Milford Sounds gebildet. Abends habe ich dann auch noch Peter und Tom (meine beiden Lieblingsengländer die mich auch schon seit Wanaka verfolgen und mit denen ich schon ein paar Nächte durchgejammt habe) sowie Anne , Tine und Matze (Heidelberg /Landau) getroffen und cool gefeiert. Die Wettervorhersage hatte schon Regen vorhergesagt und genau so kam es dann auch. Stellenweise war es nur bewölkt , stellenweise herrschte schon dickes Aquaplaning auf den 120km von TeAnau nach Milford Town.
Meine beiden Reisebegleiterinnen hab ich dann auf dem Weg zum Routeburn Track abgesetzt und bin dann alleine zu meiner Cruise weitergefahren. Der Weg dorthin ist schon Abenteuer genug , schließlich geht es relativ steil bergauf und -ab und über unzählige "one lane bridges" ( die lieben das hier scheinbar) und dann noch durch einen unendlich schmalen , dunklen Tunnel hinunter in die Fjords. In Milford angekommen war ich schon schwer beeindruckt von der Atmosphäre zwischen den steil abfallenden Klippen der Fjords, dem Wind der einem um die Ohren pfeift und dann auf dem Boot auch dafür sorgt das man immer eine gewisse Dosis Salzwasser im Gesicht hängen hat. Es gibt genügend Leute die sagen ,dass die Sounds noch spekatakulärer seien wenn es regnen würde, da man dann die ganzen Wasserfälle wirklich sieht und ich kann das auch nur bestätigen. Auch wenn ich die Gipfel nicht gesehen habe war es doch eine ganz spannenden Atmosphäre und ich habe mich mehr als einmal gefragt wie es denn für die ersten Entdecker gewesen sein musste nach einer langen Reise über die raue Tasman Sea hier reinzuschippern . Auf alle Fälle ein unvergessliches Erlebnis! Wenn auch nass, aber wie oben schon erwähnt: Irgendwann ist das auch egal!
23.03: Mittlerweile sind wir nach einer weiteren Nacht in TeAnau in bewährter Konstellation ( Kathrin , Nadine und ich ) weiter nach Invercargill gefahren, einer nicht wirklich schönen und auch net sonderlich spannenden Stadt aber für eine Nacht wars schon witzig , allerdings ist es hier südlich des 45 Breitenkreises schon merklich kälter geworden. Jetzt gehts noch in die Catlins zum Zelten und zum Nugget Point Seelöwen gucken und dann nach Dunedin ins Hogwarts. Bilder? ach ja .. guckst du hier:

Milford Sounds & Invercargill

Mittwoch, 19. März 2008

Routeburn Track

Ja so langsam könnte man ja den Eindruck gewinnen das ich mich nur auf Funsportarten einlasse, was soweit ja auch korrekt ist , aber wer nach Neuseeland fährt muss auch wandern gehen und das haben wir , Hannes und ich , dann auch mal geamcht. Auf dem Routeburn Track ,einem der wohl spektakulärsten Great Walk auf der Südinsel sind wir in 9 Stunden mit großzügigen Pausen knapp 35 km und 1100 Höhenmeter geheitzt! Sehr Geil und eine Spitzenaussicht. Also viel Spass beim Bilder angucken. Heute gehts für mich nach einer weiteren Partynacht in Queenstown weiter nach Te Anau und von dort aus in die Milford Sounds. I freu mi!

Routeburn Queenstown